Deutsche Inschriften Online

DIO LogoSeit heute ist die digitale Ausgabe der Reihe „Die Deutschen Inschriften“ unter www.inschriften.net online. Fünf Bände sind bereits verfügbar, weitere sollen im Laufe des Sommers hinzukommen. Für das Projekt „Deutsche Inschriften Online“ (kurz DIO) wurde – wie auch beim Pilotprojekt „Inschriften Mittelrhein-Hunsrück“ – das Content Management System TYPO3 benutzt. Alle Einträge der bereits online gestellten fünf Bände sind mitsamt Bildmaterial, das zum Teil das des gedruckten Bandes erheblich erweitert, kostenfrei abrufbar. Das Projekt wurde von den Akademien der Wissenschaften in Mainz und Göttingen realisiert.

Katalogeintrag in DIO

Katalogeintrag in DIO

Das Ziel des Projektes „Die Deutschen Inschriften des Mittelalters und der frühen Neuzeit“ ist die Sammlung und Edition aller lateinischen und deutschen Inschriften vom frühen Mittelalter bis zum Jahr 1650. Das Sammelgebiet umfasst nach heutigem Stand Deutschland und Österreich sowie Südtirol. Die Ergebnisse der Sammlung werden in den DI-Bänden ediert. Ein Band beinhaltet entweder die Inschriften eines bzw. mehrerer Stadt- oder Landkreise (in Österreich: Politischer Bezirke) oder die Inschriften einzelner Städte. Begründet wurde es vor über 70 Jahren als Gemeinschaftsunternehmen der wissenschaftlichen Akademien in Deutschland und Österreich.

Das Projekt „Deutsche Inschriften Online“ wird als interakademisches Projekt der Akademien zu Göttingen und Mainz umgesetzt. Ziel ist zunächst einmal die Digitalisierung und Online-Bereitstellung der Inschriftenbände DI 66, 45, 56, 58 und 61. Das Projekt basiert auf den in den Arbeitsstellen Greifswald und Mainz bereits entwickelten Technologien.

Die Mainzer Arbeitsstelle konnte ihr Know-How aus dem Pilotprojekt „Inschriften Mittelrhein-Hunsrück“ einbringen, in dessen Rahmen bereits 2008 u.a. der Inschriftenband Nr. 60 „Rhein-Hunsrück-Kreis“ im Web digital bereitgestellt wurde. Zum Einsatz kam damals wie heute das Content-Management-System TYPO3, das mit einer von Torsten Schrade für Institut für Geschichtliche Landeskunde entwickelten Extension „HISODAT“ erweitert wurde. Diese technische Basis wurde nun weiterentwickelt: u.a. wurde die Verwaltung und Anzeige der Abbildungen (siehe auch „DAM-Lightbox“) sowie die Suche verbessert; außerdem sind die einzelnen Einträge über Permanentlinks der Deutschen Nationalbibliothek aufrufbar (z.B. urn:nbn:de:0238-di060mz08k0000105) und dadurch voll zitierfähig, auch in gedruckten Werken. Nicht zuletzt spendierte man dem Auftritt inschriften.net ein modernes Design und ein Logo.

Kontrolle der importierten Daten im Backend

Kontrolle der importierten Daten im Backend

Von der Greifswalder Arbeitsstelle, die bereits seit längerem mit XML-Datenbanken für die Web- und Printausgabe ihrer Inschriftenbände arbeitet, steuerte Jürgen Herold umfangreiches XML-Know-How bei. So müssen die Daten nun nicht mehr per Hand übertragen werden, sondern werden einfach in Open Office oder Microsoft Word mit speziellen Formatvorlagen ausgezeichnet. Diese Auszeichnungen ermöglichen es, die Textdaten via XSL in ein XML-Format zu überführen, welches mit Hilfe einer – ebenfalls eigens entwickelten – TYPO3-Extension in die Datenbank importiert wird. Im TYPO3-Backend können die technischen Redakteure die Inschriften-Datensätze vor dem endgültigen Import noch einmal kontrollieren und notfalls verbessern. Somit wird sichergestellt, dass keine falschen Formatierungen in die Datenbank gelangen. Die in der (relationalen) Datenbank abgelegten Daten werden dann von TYPO3 werkstreu in sauberem XHTML dem/der WissenschaftlerIn oder dem interessierten Besucher präsentiert.

Über das Backend können Katalogeinträge korrigiert oder ergänzt werden

Über das Backend können Katalogeinträge korrigiert oder ergänzt werden

Die Göttinger Akademie der Wissenschaften stellte für das Projekt vor allem die personellen und finanziellen Ressourcen, um einige Inschriftenbände ihrer Arbeitsstelle entsprechend aufzubereiten und einzustellen. Derzeit sind bereits vier Bände online, bis Jahresende sollen sämtliche Bände der Arbeitsstelle folgen – auch die nicht digital, sondern nur gedruckt vorliegenden Bände, die erst noch aufwendig retrodigitalisiert werden müssen.

Das Projekt „Deutsche Inschriften Online“ war von Anfang an auf eine „Volldigitalisierung“ ausgelegt, d.h. alle jemals erschienen Bände der Buchreihe aufzunehmen und den Wissenschaftler/-innen online zur Verfügung zu stellen. Mit dem Verlag Dr. Ludwig Reichert, der sich dem Vorhaben gegenüber sehr aufgeschlossen zeigte, konnte eine „Moving Wall“ von zwei Jahren vereinbart werden; d.h. alle neueren DI-Bände können bereits zwei Jahre nach ihrem Erscheinen vollständig ins Netz gestellt werden. Weitere Inschriften-Arbeitsstellen haben bereits ihr Interesse an der neuen Plattform bekundet, 1–2 wollen im Sommer bereits miteinsteigen.

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